Ohrgeräusche oder Rauschen im Ohr
Als Tinnitus oder Ohrgeräusch bezeichnet man Geräusche, die in einem oder in beiden Ohren wahrgenommen werden. Die Geräusche können leise oder laut, hoch oder tief sein. Im höheren Lebensalter können sie ein Hinweis auf einen beginnenden Hörverlust sein.
Ursachen
Tinnitus beziehungsweise Ohrgeräusche entstehen meist durch mikroskopisch kleine Schädigungen der Hörnervenendigungen im Innenohr. Schäden an diesen Endigungen führen auch zu Hörverlust. Lärmbelastung durch laute Geräusche sowie Medikamente mit entsprechenden Nebenwirkungen, etwa entzündungshemmende Mittel, Antibiotika, Beruhigungsmittel, Antidepressiva und Aspirin, können einen Tinnitus in einem oder in beiden Ohren auslösen. Tinnitus kann auch andere Ursachen haben, zum Beispiel eine Verstopfung des Gehörgangs, Ohr- oder Nasennebenhöhlenentzündungen, Allergien, zu hohen oder zu niedrigen Blutdruck, Tumoren sowie weitere Erkrankungen des Herzens und der Blutgefäße, hormonelle Veränderungen bei Frauen und Funktionsstörungen der Schilddrüse.
Symptome
Die Beschwerden durch Ohrgeräusche stehen in engem Zusammenhang mit der Menière-Krankheit, die durch einen erhöhten Druck im Innenohr (Hydrops des Labyrinths) entsteht. Ursache sind allgemeine Gefäßstörungen, die die Durchlässigkeit der Blutgefäße erhöhen. Die Erkrankung ist durch Anfälle gekennzeichnet, die mit Schwindel, Ohrgeräuschen und einer Hörminderung vom Perzeptionstyp einhergehen.
Diagnose
Ihr Arzt beurteilt die Ohrgeräusche beziehungsweise den Tinnitus mit einer vollständigen körperlichen Untersuchung und auf Grundlage einer ausführlichen Krankengeschichte. Weitere Untersuchungen wie ein Hörtest (Audiometrie) sowie bildgebende Verfahren des Gehirns, etwa MRT oder CT, können zur Bestätigung der Diagnose erforderlich sein. Gegebenenfalls ist auch eine Liquoruntersuchung notwendig, um den Druck der Flüssigkeit in Schädel und Rückenmark zu beurteilen.
Behandlung
Zu den Behandlungsmöglichkeiten bei Ohrgeräuschen zählen:
- Beratung: Ein edukativer Bestandteil, der Ihnen hilft, die Ohrgeräusche beziehungsweise den Tinnitus besser zu verstehen und Ihre Denkweise darüber zu verändern.
- Hörgeräte: Diese Geräte helfen Menschen, deren Hörverlust von Ohrgeräuschen begleitet wird.
- Im Ohr getragene Geräte: kleine elektronische Geräte, die im Ohr getragen werden und das Ohrgeräusch mit einem leisen, angenehmen Klang überdecken
- Kopfhörer: zum Hören ruhiger, angenehmer Musik, einschließlich Meditationsmusik sowie Klängen von Meereswellen, Regen oder leichtem Sommerwind, die Ihnen helfen, entspannt zu bleiben.
- Akustische Nervenstimulation: eine neuere Methode für Menschen mit sehr lauten, dröhnenden Ohrgeräuschen. Dabei wird ein elektronisches Gerät eingesetzt, das stimulierende akustische Signale an das Gehirn sendet. Diese Behandlung regt Veränderungen in den Nervenbahnen an und ermöglicht es dem Gehirn, die Geräusche weniger wahrzunehmen.
- Cochlea-Implantat: hilft, das Ohrgeräusch zu überdecken, und stimuliert die Hörnervenfasern.
- Therapie mit Antidepressiva und Anxiolytika, die zur Beruhigung und zur Unterstützung des Schlafs empfohlen werden kann.
Vorbeugung
Einige vorbeugende Empfehlungen, um Ohrgeräusche zu verringern oder abzuschwächen:
- Vermeiden Sie die Belastung durch laute Töne und Geräusche.
- Der Blutdruck sollte regelmäßig gemessen und gut eingestellt sein.
- Verwenden Sie möglichst wenig Salz in der Ernährung, da es auch die Durchblutung beeinträchtigt.
- Reduzieren Sie Kaffee, Tee, Coca-Cola und Tabak.
- Regelmäßige Bewegung zur Verbesserung der Durchblutung.
- Vermeiden Sie Überanstrengung, gönnen Sie sich ausreichend Ruhe
- Vermeiden Sie es, sich über das Geräusch zu beunruhigen